Zur Geschichte der Familien von  Wild und von Diericke

  1. Geschichte der Familie Wild, heute von Wild

Die Schweizer Familie Wild stammt nach den  Annalen aus dem  Oberaargau, aus der  Gegend von Herzogenbuchsee.  Der ältester urkundlich erwähnte Vorfahre  und Urahn der Wild’schen Familie ist Clewi  Wild, geboren ca. 1420, der, verheiratet mit Maria Enderlin, der Vater des Andreas Wild, geboren  1457 in  Wyningen. Unsere beiden Enkel Alix und Elisa von Wild in Toulouse als  Berner Wilds in der 17.  Generation.

Als Führer einer Abteilung des „Berner Zugs“ zeichnete er sich Andreas 1499 in der Schlacht bei Dornach durch besondere Tapferkeit als Hauptmann aus und erhielt hierfür vom   Rat der Stadt Bern eine schwere silberne Halskette  sowie von Solothurn eine kleine daran angehängte silberne Figur des hl. Ursus geschenkt.  Im Bernischen Historischen Museum  wird ein von Andreas Wild herrührendes  ungewöhnlich großes Zweihänderschwert und die erwähnte Halskette bis heute aufbewahrt und ausgestellt, die von der Familie Wild weitervererbt überlassen wurden. Die Original- Medaiile vom löblichen Stande zu Bern war von Nikolaus Wild an die Kinder verteilt und in die   Kassler Linie vererbt worden (Stand 1848) bis sie  1884 dem Museum auf Dauer überlassen worden waren. An  der Halskette war  zusätzlich ein ovales silbernes Medaillon angebracht welches der Urenkel des Andreas Wild, Herr Niclaus  Wild, 1588 – 1642,  Amman und Wirt  zu Wynigen, „zur immerwährenden Erinnerung an die seinen Vorfahren zu Teil gewordene Auszeichnung“ anfertigen ließ: auf der einen Seite das Familienwappen, auf der anderen  Seite die Inschrift:

 

„IM THYSEND VIERHVNDERT NÜNZIG NÜN IAR

ALS DORNACH DOMAL BEL´GERT WAR

HAT ANDREAS WILD ZV SÖLCHER SCHLACHT

DIESE KETI VOM SIG GEBRACHT“

Das Wappen in dem erwähnten Medaillon, das sich im Museum befindet und hier abgebildett ist, hat die gleiche Gestalt wie dasjenige, welches sich im  Beichtstuhl der Wilds noch heute im Berner Doms befindet (Zitat aus Johann Rudolf Wild (V.), Apotheker ,geb. 10.01.1818 in Lausanne,Genealogische Stammtafel der Familie Wild , als Manuskript  gedruck, S..5,, Cassel, 1848 t). Der Zweig des dritten Sohn Tobias,als Bern Burger am 4 März 1656 angenommen, ist später ausgestorben.                                                                                       

Der Schwabenkrieg, auch als Schweizerkrieg oder als „Engadiner“ Krieg bezeichnet, war ein von Januar bis September 1499 dauernder kriegerischer Konflikt zwischen einerseits der Schweizerischen Eidgenossenschaft und andererseits dem Hausabsburg (Maximilian)  und seinem maßgeblichen Verbündeten, dem Schwäbischen Bund, um die Vorherrschaft im habsburgisch-eidgenössischen Grenzgebiet. Wenngleich die Eidgenossen den Krieg militärisch gewannen, konnten sie dadurch keinen Gebietszuwachs verzeichnen, jedoch ihre Unabhängigkeit sichern. Andreas Wild II. war Schneider, und 1588 als Stubengeselle in die Zunft zu Mohren sowie bereits seit 1588 in den Großen Rat der Stadt Bern aufgenommen worden. Aus diesem Anlass hatte er im selben Jahr  einen Glasmaler mit der Ausführung dieses einzigartigen Glasgemäldes beauftragt, das nun in der  an Kabinettscheiben sehr reichhaltigen Sammlung des Museums mit zu den schönsten Objekten dieser Art gezählt werden darf (Zitat aus dem Museum).

Andreas Wild war von Herzogenbuchsee um die Wende des XV Jahrhunderts  nach Wyningen  bei Burgdorf gezogen wird 1503 als Amman (Gemeindevorsteher) zu Wyningen im Udel- und Ausburgerrodel erwähnt. Dieses Amt als Amman wurden von allen seinen Nachkommen über 5 Genrationen hindurch bis in die zweite Hälfte des XVII Jahrhunderts hindurch bekleidet. Zusätzlich bestätigt eine  Urkunde vom Markustag 1517 aus dem Kloster Thorberg die zusätzlich Ernennung als  Gerichtsbeisitzer zu Wyningen .Über 10 Generationen  verblieben die Nachkommen von Andreas in Wyningen,  Noch jetzt, 2020,  bezeugt das  Gasthaus „Zum Wilden Mann“ mit Familienwappen-  jetzt im Besitz der Familie Fritz Schürch- s,iese  Wilds als Vorbesitzer Hierzu heißt es im Brief des Vater: Zitat : Bifang 9, 3472 Wyningen, CH vom  23. März 2016 „Den einflussreichen Familien Wild als Ausburger von Burgdorf und Burger von Bern war es wohl in Anerkennung ihrer Taten  vergönnt, ihr Familienwappen zum Namen ihres Wirtshauses zu machen. Das erstaunt umso mehr,  als fast alle Gasthöfe als Erkennungszeichen ein Tier wie Bären , Löwen…oder ein Ding wie Krug, Schwert ….haben. Dass der Name Wilder Mann schweizweit eher selten, in der näheren Umgebung von Wyningen aber mehrmals vorkommt, liegt daran, dass die Namensgeber Wild markante Persönlichkeiten Waren“.  Eine Begegnung der besonderen Art mit Nachkommen der Familie Wild ergab sich anlässlich der 800 Jahr – Feier von Wyningen 1985“ Steinernes Wirtshaus  zirka 1795, im Familienbesitz Schürch ab 1828“.  Zitatende. Erster Bern-Burger  wurde Johann  Wild, geb.1608, urkundlich  am 3. Mai 1630 zum Burger ernannt. Von 1680 bis 1798 waren  Wilds fortwährend im Großen Rat  vertreten; mehrere Wilds  wurden auch Notare.

 

Mit der 9. Wild‘ schen Generation erscheint  mit  Johann Rudolf Wild, geb. 26. März 1703 in Bern, gest. 8. Juli 1752 in Kassel, als „Apotheker der Sonnenapotheke zu Cassel“. der jüngere deutsche Ast. Dieser Wild hatte die verwitweten  Johanna Elisabeth Vogelsang aus der Apotheke geheiratet. In der nachfolgenden  11. Generation wurde diese Familie Wild u.a. durch Henriette Dorothea-„ Dortchen“ Wild bekannt  in der deutschen Literatur als eine der frühesten und ergiebigsten Quellen für die Sammlung von  Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm bekannt –  neben der Märchensammlung der Familie Hassenpflug.  Dortchen wurde 1825 die Frau von Professor Wilhelm Grimm; dieser hatte Dortchen bereits als kleines Mädchen aus der Nachbarschaft als Freundin seiner Schwester liebgewonnen.  Von Dortchen Wild (1793–1867) stammten u.a: Die drei Männlein im Walde, Frau Holle, Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack (in der Version der 1. Auflage), Die Wichtelmänner, Fitchers Vogel, König Drosselbart, Rumpelstilzchen (mit Lisette Wild, 1782–1858), Der Liebste Roland Allerleirauh, KHM 88 Das singende springende Löweneckerchen, KHM 103 Der süße Brei, KHM 104 Die klugen Leute, KHM 105 Märchen von der Unke (mit Lisette Wild), vielleicht auch KHM 60a Das Goldei.

Seit vielen Generationen waren Wilds immer wieder hochgeschätzte  Rechtsanwälte und Notare sowie wie Ärzte in Kassel und an anderen Orten – bis in unserer Zeit.  Nun in  16. Generation  ist derzeit Dr. jur. Daniel, Rechtsanwalt, und als solcher Vice President der Airbus AG Rechtsabteilung in Toulouse; Dr. Tobias von Wild ist  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie / Handchirurgie und seit einigen Jahren in eigener Praxisklinik in der AlsterCity in Hamburg tätig. Beider Urgroßvater, Johann Rudolf (Rudel) von Wild, geb. am 02.05.1862 in Kassel, war ein hochgeschätzter Sanitätsrat in Frankfurt/Main, dessen älterer Bruder Carl Rudolf von Wild , geb.in Kassel  1859, Arzt in Kassel. Dr. Rudolf von Wild, selbst Sohn eines Arztes aus Kassel, wird  als praktischer Arzt und HNO Facharzt im Vorstand  des Ärzteverein und  als   Chefarzt und Vorstand des Vaterländischen Frauen-Vereins besonders in den Veröffentlichungen der historischen Kommission der Stadt Frankfurt am Main, 1936, von Wilhelm Kallmorgen gewürdigt ( Abbildung auf Tafel XII). Viele Jahre war er  Berater der Ladgräflichen Familie. Während des Krieges hatte er als Chefarzt Res. Lazarett III. gedient Tragischer weise wurde er Opfer eines Verkehrsunfalls auf dem Weg zu einem Haubesuch– auf dem Fahrrad von der Tram angefahren verstarb er  in der Universitätsklinik am Folgetag.

 

Viele Jahre war er  Berater der Ladgräflichen Familie. Während des Krieges hatte er als Chefarzt Res. Lazarett III. gedient Tragischer weise wurde er Opfer eines Verkehrsunfalls auf dem Weg zu einem Haubesuch– auf dem Fahrrad von der Tram angefahren verstarb er  in der Universitätsklinik am Folgetag.

Todesursache: Schädelbruch, ausgedehnte Hirnquetschung mit  Einblutung.. Sein Enkel Klaus von Wild wurde in Frankfurt als Student und später als Arzt immer wieder auf seine Großvater angesprochen. Merkwürdig, dass sich  Dr. von Klaus von Wild sehr frühzeitig klinisch und wissenschaftlich um eine Optimierung der  Frühbehandlung, Intensivtherapie und zugleich um die Vermeidung derartiger Unfallursachen gesundheitspolitisch ebenso wie in wissenschaftlichen  Gesellschaften und interdisziplinären Kommissionen weltweit nachdrücklich eingesetzt hat? Guidelines zur Versorgung der Unfallverletzten die akute Frührehabilitation unter intensivmedizinischen  Bedingungen und die Lebensqualitätsforschung nach SHT-und RM-Unfallschäden  sowie Grundlagenforschung und neue Methoden zur operativen Überwindung der Querschnittslähmung mögen unbewusst auf  Zielstrebigkeit eingewirkt haben und bis heute andauern.

Wyningen, CH, 800 Jahrfeier  mit Straßen- Festumzug vor dem Gasthaus Wilder Mann. An  gleicher Stell stand zuvor der Gasthof von Andreas Wild um 1500. Klaus von Wild (Vordergrund) mit Eltern, seiner Monika  und ihren Söhnen als Gäste der heutigen Besitzer Familie Schürch.

 

 

Zum Adelsprädikat eines Schweizers in Deutschland: Wenige Jahre nach der Loslösung vom Reich (1648) schuf Bern eine eigene gesellschaftliche Rangordnung, 1651 wurde innerhalb der gesamten Einwohnerschaft die Abstufung in Patrizier, Burger und Hintersassen (Stadtbewohner ohne politische Rechte) vorgenommen Das Adelsprädikat „von“ trägt der bernische Ast  und der in Deutschland ansässige Zweig gestützt auf den Großratsbeschluss von 1783. Die Führung des „von“ ist dem in Deutschland ansässigen jungen Zweig durch königlich Preußischen Kabinettsorder vom 25. April 1887,  mit seiner Deszendenz, und vom 14. Februar 1888 in den köigl. Preussischen Adelsstand erhoben gestattet worden. Mit Diplom  vom 3. Januar 1900 wurde der damalige königl. Major im großen Generalstab, Heinrich Adolf Wild unter dem Namen Wild von Hohenborn geadelt. Adolf Heinrich Hohenborn, (* 8. Juli 1860 in Kassel; † 25. Oktober 1925 in Malsburg-Hohenborn – ab 1888 von Hohenborn, – ab 1900 Wild von Hohenborn  war ein preußischer General der Infanterie und im Ersten Weltkrieg. Staats- und Kriegsminister  vom 21. Januar 1915 bis zum 29. Oktober 1916.

Von Familie Dyreke zu von Diericke.

Gerda von Wild, die Mutter von Klaus Rüdiger Helmut von Wild und seiner Geschwister, dem Kaufmann Hans Rudolf Perry von Wild  (24. 10. 1935 – 6. 6.2019), der OStud iR. Gisela Brigitte Marga von Wild, geb.  04. 04. 1937,  war eine von drei Töchtern der  Katharina Neubercker, geborene von Diericke. Die Dierickes sollen der Sage nach vom Rhein, aus Lothringen,  stammen. Urkundlich erwähnt   wird , dass 1149  unter dem Askanier  Albrecht, dem Bären, Graf von Ballenstedt, der Gebiete der Mark Brandenburg von den Wenden erobert hatte und mit Deutschen zu besiedeln begann,  zwei Diericke  mit ihm hinüber gezogen waren . Von diesen  beteiligte sich einer gegen den Havel Fürsten,  Peribislav  von Brandenburg, wofür er  mit Gütern belehnt wurde. Dieser soll die Tochter eines Wendenfürsten geheiratet haben.

Anmerkung 1:  Diese  dort  in der Zeit der Kolonisation beschriebene  eheliche Verbindung mit den Slawen  gäbe eine Erklärung  für die bis in unsere Tage vorkommenden stärker ausgebildeten Backenknochen bei manchen Nachfahren des Geschlechts: Zuerst 1307 historisch belegt durch den    Kauf eines festen Kauf- und  Lagerhauses durch  das  „reiche Direckesche  Geschlecht“ (Lit)   in  Dessau, zwischen nördlichem Harz und Elbe gelegen. Namentlich zuerst zu erfassen ist  Gerat Dyreke van der Hundeluft, östlich von Zerbst. 1324 ist ein Namensträger Thildericus Dyreken beurkundet als Garant für von Abrecht II. von Anhalt ausgesetzte Leibgedinge

Aus dem Geschlecht der Dierickes  gingen drei preußische Generale hervor:
a) Generalleutnant  Christian Friedrich von Diericke 11. 7. 1709- 19. 2. 1783;
b)  Generalmajor Christoph Friedrich Otto von Diricke geb. 11. 9. 1743,  wahrscheinlich in Potsdam, gestorben 17. 04. 1819 in  Schöneberg bei Berlin; ausgezeichnet mit dem Orden pur le  mérite  und dem  Großen Roten Adlerorden  (sein Portrait in Öl, mit seinen Auszeichnungen). Vormaliger Prinzenerzieher als Obergouverneur der Söhne des Königs, war er danach Vorsitzender der Generalkommission,  später  Präsident der  neuen preußischen Militärprüfungskommission, ein Bildungs- und  Kultur bewusster Soldat. Als Schriftsteller kennen wir von ihm: „Ein Wort  über den Preußischen Adel, weder Schutz noch Lobschrift sondern freimütiges Wort eines wahrheitsliebenden Mannes, Friedrich Otto von Diericke , Königl. Preuß. General-Lieutenants“Zum Besten des weiblichen Wohltätigkeit Vereins in Berlin, gedruckt bei Dieterici 1817. mit Vermerk: Einem Jeden das Seine! Gerechtigkeit also, auch dem sie erweisen zu müssen, Pflicht ist.
c) Generalmajor Joachim Karl Wilhelm von Diericke, 10. 12. 1780, Königsberg, verst. 13. 12. 1860 zu Bad Kösen

Generalmajor Christoph Friedrich Otto von Diricke Ölgemälde

Das Geschlecht der Diericke‘ s ist mit der Generation meiner Großmutter Katharina Neubecker ausgestorben. Mit den Nachkommen  der Schwester  steht unserer kleine Familie  von Wild  noch in familiärem Kontakt.

Anmerkung 2: Das Wappen, das zuletzt von den Diereckes geführte wurde,  zeigt silberne Anker in Blau mit zwei goldenen Lilien, auf dem Helm mit blausilberner Decke drei Straußenfedern, eine silberne zwischen zwei blauen. Es  zeugt von den Änderungen , die Jahrhunderte der Heraldik  aber auch das Unverständnis über das Ursprüngliche daran vorgenommen hatten. Der Anker lässt die ehemalige Nähe zur Elbe vermuten, so auch mit Fernhandel. Das älteste Wappen, ein Siegel des Gero Direke von 1350 aus dem Stadtarchiv Zerbst zeigt „Stechhelm mit darauf geschwänztem  Thier“. Wenn die Annahme  des Heraldikers Brnhard Koerner richtig ist, dass Dyreke, Thierike Diminuitvform für Dier, tier (Thyr = Kriegsgott>)  ist, dann wäre das ursprüngliche Wappen ein redendes mit einem Wappenbild, Namen identisch – vermutlich „ei Foirtleben“  einer viel älteren Zeit Im Wappen des Petrus (II) Dierecke, gestorben 1510, „sthet die Tyre“- Rune zu Füßen seines Grabmals im Dom zur Brandenburg noch ohne jenen späteren Zierrat. Außer dem festen Ring, umgekehrt auf dem leicht gerundeten T – Balken, aber beiderseits und darunter sind bereits sieben Lilien aus dem Stein gehauen..